Sachsen, im März 2011
Liebe Freunde handgemachter Musik,
mit Webseiten ist das so eine Sache – einerseits bilden sie eine wunderbare Plattform für die Weitergabe von Informationen, Bilder und Geschichten aller Art, gerade auch für Musiker und Bands – andererseits können sie auch das Gegenteil bewirken und schnell zum „Ladenhüter“ werden. Nämlich dann, wenn sie nicht regelmäßig gepflegt werden. Und da sind wir schon beim Kern des heutigen Beitrags: Das letzte Mal, dass MARDI GRAS – oder besser: ich - einen Texteintrag auf unsere ansonsten recht ansprechende Seite gestellt haben, ist schon eine Weile her. Dankenswerterweise hat der Rudi via regelmäßiger Rundmails an Euch oder zumindest einigen von Euch den Informationsfluss und die Ankündigung musikalischer Highlights aufrecht erhalten. Es ist zwar nun mal wirklich so, dass wir alle ziemlich in unsere Jobs und in die alltäglichen Aufgaben ordentlich eingespannt sind (was ja nicht das Schlechteste ist), aber – ohne das jetzt billig entschuldigen zu wollen – einige Dinge wie etwa die Pflege der Webseite sind dabei auf der Strecke geblieben. Und dabei gibt es ja durchaus eine ganze Menge zu berichten und zu erzählen. Und das möchte ich im Folgenden versuchen, so gut es mir halt gelingen wird:
Überspringen wir einfach mal das Jahr 2009 (obwohl es da auch einige tolle Gigs gab, zum Beispiel beim Griechen in Grafing-Bahnhof) und gehen wir gleich zum Jahr 2010. Da haben wir – wie Ihr wahrscheinlich wisst – unser 30-jähriges Band-Jubiläum gefeiert. Nach einiger Recherche und mit Hilfe unseres langjährigen Freundes und Gründungsmitglieds Michael Heigenhuber (der „Hietschi“ aus Pullenhofen) konnte also ermittelt werden, dass die Geburtsstunde von MARDI GRAS – zumindest der erste öffentliche (und tatsächlich auch mitgeschnittene) Auftritt im Pfarrsaal in Grafing – am 15. März 1980 erfolgte, und zwar in der Besetzung
Rudi Baumann - Gesang, Gitarre, Bass
Hermann Pelka - Gesang, Gitarre
Michael Heigenhuber - Keyboards
Bernd Delakowitz - Gesang, Gitarre
Beim Anhören dieser Aufnahmen, zum Beispiel Stephen Still´s „Love the one you´re with“ oder Jackson Brownes´s unendlich schönes „The load out“ (von uns seinerzeit aus heutiger Sicht eher „hausbacken“ präsentiert) überkommt einem – das muss ich zugeben – Nostalgie. Andererseits haben wir mit MARDI GRAS in den verschiedenen Besetzungen über all die Jahre, glaube ich, uns bemüht, unsere damalige Motivation des Musikmachens zu bewahren und rüber zu retten: Wir wollten - damals wie heute - vor allem schön singen. Wir wollten aber auch Geschichten erzählen von denen, über die sonst keine Geschichten erzählt werden, über Verlierer, Einsame, Traurige, Enttäuschte …. („Piano man“, „The boxer“, „Lonesome loser“, „City of New Orleans“, „Heute hier, morgen dort“), Wir wollten und wollen noch immer mit unseren Liedern Stimmungen einfangen und Gefühle transportieren, etwa über die unendliche Weite und schier unbegreifliche Schönheit des amerikanischen Südwestens („Hotel California“), über den Blues des dampfigen und stolzen Südens der USA („Muddy Water blues“, „Walking in Memphis“, „Sweet Home Alabama“).
Wir haben in den vergangenen 30 Jahren immer außerordentlich gerne und mit Herzblut für die vielen netten Menschen die unsere Konzerte besucht haben musiziert und gesungen. Und wenn dann, wie ziemlich häufig geschehen, auch noch die äußeren Umstände, die Stimmung und die Atmosphäre gepasst haben, zum Beispiel an einem lauen Sommerabend im Biergarten oder im Alten Kino oder im Traumpalast, und wir die „good vibrations“ sozusagen als kollektives Gefühl spüren konnten, dann war und ist das Ansporn für einige der schönsten Liebeslieder und Balladen gewesen, etwa für den unglaublich harmonischen Song der Eagles „Peaceful easy feeling“, für Sting´s traumhaft schöne Ballade „Fields of gold“ (die der Günther unvergleichlich eindrucksvoll interpretiert), und natürlich für Bette Midler´s nie mehr erreichte Interpretation von „The Rose“ (Danke Karl-Heinz, Danke Angie). Richtig unter die Haut gingen und gehen noch ein paar weitere Lieder, etwa „Weit, weit weg von Dir“ (Rudi, ich bekomme da regelmäßig Gänsehaut, so wie Du das singst) oder das irische Traditional „Red ist he rose“ oder „Music was my first love“ (Karl-Heinz, welch eine gewaltige Stimme!). Naja, und schließlich singe ich persönlich immer noch sehr gerne den so wichtigen Don McLean-Song „American Pie“ – die Geschichte von dem Tag, an dem die Musik fast gestorben wäre - hoffentlich passiert das nie und ich kann das Lied noch lange singen.
Natürlich mögen wir von MARDI GRAS auch die Kneipen-Atmosphäre mit schwül-heißer Luft und stickig-dampfiger Atmosphäre – je voller desto besser. Und natürlich zelebrieren wir nach wie vor gerne die dazu passenden Flower-Power Songs wie „San Francisco“, „Mr. Tambourine Man“, „Lady Madonna“, „In the year of 39“. Oder eben Gassenhauer zum Mitsingen und Grölen wie „Proud Mary“, „Beach Boys Medley“, „Hey Jude“, „All around my hat“, „Whisky in the jar“, „Mercedes Benz“, „Fire lake“ oder „Lola“.
Aber wir wollen eben auch zunehmend einige Lieder spielen und singen, die vielleicht manchmal etwas tiefer gehen, einen Hauch anspruchsvoller sind, mehr von uns und unserem Publikum abverlangen, etwas mehr Zuhören und vielleicht auch mal ein wenig Nachdenken erfordern – kurz: reifere Musik, passend zu unserem und wohl auch zu Eurem Älterwerden. Einige Stücke aus unserem Repertoire kommen diesem Anspruch schon ziemlich nahe: James Taylor´s „Seminole wind“ zum Beispiel, oder „Conviction of the heart“, Jim Croce´s „I´ve got a name“, Neil Young´s „Comes a time“ oder die wunderbar sparsam intonierte Version von CSN´s „Might as well“.
Ach ja, und da waren letztes Jahr ja noch ein paar wirkliche Highlights: Überflüssig zu erzählen, dass der Jubiläums-Auftritt im Alten Kino in Ebersberg für uns selbst und – hoffentlich – für alle Anwesenden „Gänsehaut“ war. Wir haben uns echt Mühe gegeben, einen rundum tollen Abend auf die Beine zu stellen, mit Dia-Shows auf zwei Leinwänden und den passenden Songs dazu (oder umgekehrt). Toll, dass da auch Gäste und Musiker-Kollegen aus Südtirol da waren. Wunderbar wie das Team von Markus im Alten Kino den Wahnsinn mit stoischer Ruhe ertragen hat.
Ein echter Höhepunkt 2010 waren zwei Auftritte in Sachsen (dieses Jahr werden es sogar drei sein) – nämlich im mittlerweile schon zur zweiten Heimat gewordenen „Traumpalast“ in Mittelherwigsdorf (nahe bei Zittau) – die Location hat normalerweise Platz für maximal 100 Leute und es waren knapp 160 da. Und wir mitten drin auf vier Barhockern. Unvergesslich …. Ein Tag später dann nochmal total volles Haus in der Zittauer Kult-Kneipe „Jolesch“, wo wir ein Benefizkonzert zu Gunsten des Zittauer Tierparks gaben, der in dem August-Hochwasser übel was abbekommen hatte. Und natürlich sind wir mittlerweile schon zum 4. oder 5. Mal unheimlich gerne im Wasserburger „Queens“, das schon sehr nahe an Irland grenzt (übrigens sind die Schmalz-Brote zum Abbauen unvergleichlich). Ach ja, und beim Griechen in Gafing Bahnhof waren wir natürlich auch wieder – leider wegen schlechtem Wetter zum ersten Mal seit vielen Jahren drinnen. Aber dafür war der Gig ein Jahr davor sensationell mit fast 500 Leuten im Biergarten und einer riesigen Atmosphäre, fast wie Urlaub in Griechenland.
Hey, jetzt hat´s ja doch geklappt mit dem Erzählen …
Wir freuen uns auch in diesem Jahr auf schöne Konzerte, Kneipenabende und Gigs mit Euch (mal in unseren Terminkalender gucken...).
Herzliche Grüße
Bernd, Rudi, Karl-Heinz und Günther
KLEINKUNSTREIHE "Kieslstoandln"
6. Vaterstettener Strassenfest
Einladung zum 14. Konzert für Afrika
Liebe Musikfreunde, eigentlich sollte es ja nur so wie letztes Jahr werden. So um meinen Geburtstag rum ein Dankeschön-Konzert mit ein paar Freunden und der Möglichkeit, Karl-Heinz Böhm´s Äthiopienhilfe, „Menschen für Menschen“, zu unterstützen.
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Acoustik Folk Night
Folksmusik vom Allerfeinsten.
Mit Freunden und guten Bekannten...
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