Mardi Gras ist 25!!!!!!!!
Im Herbst 1979 trafen sich bei einem Konzert im Steinkirchner "Geister-schulhaus" (bei Aßling) zufällig der frühere "Gentles"- Sänger Bernd Delakowitz, sein Nachfolger Rudi Baumann und der Lead-Sänger der damals gerade aufstrebenden Band "Tickets", Hermann Pelka.
Nach einem kleinen Ratsch über das Musikgeschäft im Allgemeinen und die unserer Meinung nach eher schwächelnden Gesangsdarbietungen der lokalen Livebands im Besonderen entschloss man sich, sich mal unverbindlich zu einer Gesangs-Session zu treffen. Mit dabei sollte unser Spezi Michael Heigenhuber am Piano sitzen.
Gesagt getan, das ließ sich gut an und nach einigen Proben durften wir schon das erste Mal auftreten und zwar als Vorgruppe von "Schariwari" im Grafinger Pfarrsaal. Das war am 15. März 1980. Die Zeiten waren damals noch recht unbeschwert und wir trafen uns in Michaels Studentenbude in Haidhausen zum üben um von dort zu unseren Auftritten in der damals noch wirklich florierenden Münchner Kleinkunstszene aufzubrechen.
Alle mit der Gitarre rein in ein Auto und ab in die Liederbühne Robinson und gleich danach in´s MUH oder umgekehrt. Andreas Giebel, Jockel Tschiersch, Mark n´ Simon, Fredl Fesl oder eine peruanische Folkloregruppe von der Fußgängerzone waren da vor oder nach einem zugange und eine Brotzeit als Gage hat´s damals auch schon gegeben. Das ging ein paar Jahre bis der Bernd wegen seiner Doktorarbeit als Geologe für bald ein Jahr nach Argentinien musste (durfte?).
Aus seiner argentinischen Wellblechhütte schrieb der Bernd an den Rudi leidenschaftliche Postkarten in denen er mitteilte, dass er nach seiner Rückkunft unbedingt wieder Musik machen wolle. Hermann Pelka und Michael Heigenhuber waren in der Zwischenzeit aus dem Landkreis weggezogen und so wurde ein neuer Mann gesucht der erstens natürlich gesanglich passen musste, aber nach Möglichkeit auch die Keyboards bedienen sollte. Da war die Luft aber extrem dünn, der Einzige der hier weit und breit in Frage kam war Karl-Heinz Mayer aus Ebersberg. Der war ehemaliger Regensburger Domspatz und hatte als Musiker gerade bei den "Delicados" aufgehört.
Im September 1984 war ein erster Schnuppertermin anberaumt, der eigentlich nicht so verlief als dass man meinen konnte dass man 20 Jahre später immer noch miteinander musiziert.
Jedenfalls war 1985 ein noch nicht gerade üppiges Programm auf die Beine gestellt und mit den Freunden von den "Appalachian Grass" wurden erste Konzerte in Ebersberg beim Oberwirt gespielt.
Die Jahre bis 1991 waren dann bestimmt von immer mehr und größeren Auftritten, die kulminierten in Open Air Veranstaltungen im Biergarten der Schloßgaststätte in Unterelkofen bei Grafing, wo an 2 Tagen hintereinander jeweils 800 Menschen "Mardi Gras" sehen und hören wollten. In dieser Zeit entstanden 2 Audiocassetten und 2 LP´s die im Wesentlichen bei den Live-Auftritten unter die Leute gebracht wurden.
Bernd und Rudi verspürten Anfang der 90er Jahre wohl noch einmal das Verlangen nach einer etwas härteren musikalischen Gangart und so wurden Bass, E-Gitarre Schlagzeug, Piano an versierte Musiker übertragen. Karl- Heinz konnte dann aus beruflichen Gründen kurzfristig die Bandoption doch nicht wahrnehmen sodass Angie Buchzyck als weitere Sängerin bei der "Mardi Gras Band" anheuerte. Nach intensiver Probenarbeit wurde der Konzertplan des Vorgängertrios nahezu übernommen und auch die Erfolge stellten sich Gott sei dank gleichwertig ein.
Problematisch wurde aber nach einiger Zeit die für Hobbymusiker extrem komplizierte Termingestaltung. Beruf, Familie und Hobby unter einen Hut zu bekommen ist sowieso schon nicht einfach, aber bei 7 Bandmitgliedern ein nicht zu lösender Gordischer Knoten. Nachdem sich dann auch noch bandinterne Meinungsverschiedenheiten und Querelen einstellten, kam 1995 das Aus für die "Mardi Gras Band".
Danach wollte es das Schicksal so, dass Bernd beruflich in´s wunderschöne Sachsen, nach Zittau, verschlagen wurde. Eine kontinuierliche Live- und Probenarbeit war in dieser Konstellation nicht möglich, trotzdem wurden von dem Trio die ganzen Jahre über die fast schon traditionellen Termine im Mardi Gras Jahresturnus abgearbeitet.
Ende 2003, Bernd war auf dem Sprung zu einem halbjährigen USA-Aufenthalt, entschlossen sich Rudi und Karl-Heinz zu einem "Befreiungsschlag" der erstmal natürlich große Skepsis und auch Verstimmung hervorrief, heute aber als "Rettung" von Mardi Gras vor der Belanglosigkeit gesehen werden muss. Die damalige Erklärung lautete: "Seit 8 Jahren ist der Bernd jetzt schon in Zittau und das Trio Mardi Gras seither fast zur Untätigkeit verbannt. Nachdem die Nachfragen trotz dieser langen Zeit aber immer mehr statt weniger geworden sind, haben Karl-Heinz und ich den Entschluss gefasst wieder Nägel mit Köpfen zu machen und die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Der neue Kopf ist also ein wirklich alter und lieber Freund aus jahrzehntelanger Zusammenarbeit und gemeinsamen Musizierens: Günther Lohmeier.
Seit den 70er Jahren arbeiten Karli und ich nun schon mit den Kollegen von Schariwari und speziell mit Günther zusammen (ich bei den Gentles und Karl-Heinz bei Nirwana) und da traf es sich ja wunderbar, dass auch Günther Lust hat, sein musikalisches Spektrum noch zu erweitern. Wir sind schwer am Üben um die eingerosteten Kehlen wieder frei zu bekommen, und schon ab Mai 2004 gibt´s also wieder das Mardi-Gras Trio. Die musikalische Richtung wird sich nicht groß ändern, gesangsbetonte Folk- und Rockmusik sind angesagt. Unser Freund Bernd Delakowitz wird das Trio natürlich, wann immer er will und kann verstärken."
Und genauso läuft das jetzt!!!
Die Band spielt mal als Trio, mal als Quartett, die Ein- und Umgewöhnungsphase ist für die Musiker und das Publikum abgeschlossen, das Programm ist um das musikalische Element, das Günther einbrachte bereichert und so kann man auf weitere interessante Jahre mit "Mardi Gras" gespannt sein.
Rudi Baumann
September 2005

